Ehrenamtlich im Besuchsdienst
Ehrenamtlich im Besuchsdienst – Ein EEB-Zertifikatskurs in Kooperation mit der Besuchsdienstarbeit im Team „Mitarbeiten“ der Evangelischen Agentur in Hannover
Ein Bericht von Anette Wichmann
Ein Ehrenamt mit Herz, eine freiwillige Tätigkeit, bei der man mit Menschen auf persönlicher Ebene ins Gespräch kommt und bei der man selbst ganz viel an Wertschätzung und Sinnerfüllung zurückbekommt: Das ist die Besuchsdienstarbeit der Landeskirchen in Niedersachsen.
Als engagierte freiwillige Mitarbeiter:in und aktives Gesicht einer Kirchengemeinde sucht eine Besuchdienstmitarbeiter:in Menschen persönlich auf. Sie besucht sie in ihrer privaten Wohnumgebung oder in einer Einrichtung - zum Beispiel an runden Geburtstagen, wenn jemand krank ist oder einsam oder zum Beispiel besonders gefordert ist als Alleinerziehende Person. Vieleicht. sagt der Besuchsdienst auch „Willkommen“, wenn jemand neu in die Gemeinde zugezogen ist. Jeder Besuchsdienstkreis gibt sich selbst einen Besuchsschwerpunkt, sodass die ehrenamtliche Arbeit überschaubar und machbar bleibt.
Damit Ehrenamtliche, die diese verantwortungsvolle Aufgabe übernehmen möchten, gut vorbereitet in die Begegnungssituationen gehen können, bietet die EEB zusammen mit der Beauftragten für Besuchsarbeit der Ev.-luth. Landeskirche Hannovers einen hierfür eigens entwickelten sechstägigen Zertifikatskurs an.
An drei Wochenenden von März bis Mai 2025 hat die EEB-Regionalstelle Hannover den Kurs zusammen mit dem Team Mitarbeiten in der Ev. Agentur der Landeskirche im Mehrgenerationenhaus der Diakonie Kästorf in Gifhorn den Kurs für den gesamten Kirchenkreis durchgeführt. Vierzehn Teilnehmer:innen waren diesmal dabei. Manche wollten ihr Wissen in einigen Bereichen auffrischen, andere waren neu und auf der Suche nach einer sicheren Basis für ihr Ehrenamt. Diese Mischung macht die Ausbildung so „charmant“ und interessant, denn alle können voneinander profitieren: Die Neuen von der Erfahrung Älterer und die schon lange Tätigen von der Aufmerksamkeit und dem frischen Blick neuer Kolleg:innen auf Gewohntes.
Eingebunden in einen festen Kreis an Ehrenamtlichen und im Auftrag ihres Kirchenvorstandes, können Besuchsdienstmitarbeiter:innen unmittelbar nach der Zertifikatsausbildung tätig werden. Sie sind damit Teil einer größeren Gemeinschaft der Besuchsdienstarbeit und können bei Bedarf auch regelmäßig an weiteren Fortbildungsangeboten teilnehmen.
Aus einem vielfältigen Themenportfolio vermittelten die Dozent:innen, Pastorin Inken Richter-Rethwisch aus Hannover und Hp. Psych. Carla Kleinhans aus Goslar in Gifhorn Grundlagen der Besuchsarbeit. Besuchsdienst ist durchaus eine anspruchsvolle freiwillige Tätigkeit, denn immer wieder treffen die Freiwilligen auch auf Menschen in besonderen Lebenssituationen:
Wie reagiere ich zum Beispiel bei großer Trauer? Wie umgehen mit dementen Gesprächspartner:innen? Wie bahne ich Kontakt an und wie löse ich mich auch wieder? Was kann ich beitragen zu einer guten Gesprächsatmosphäre und was beachte ich im Umgang mit Angehörigen? Wie geht ressourcenorientierte Gesprächsführung? Ab wann spreche ich Glaubensthemen explizit an und wie vermitteln sie sich implizit? Kann ich gut auf meine eigenen Grenzen achten? Und wie können wir unsere Besuchsarbeit in der Gemeinde gut organisieren? Wo gibt es Hilfe, wenn wir einmal nicht weiterwissen? Das sind nur einige Fragen, deren Beantwortung wir uns in der Ausbildung gemeinsam widmeten.
Am letzten Kurswochenende bekam die Ausbildungsgruppe besonderen Besuch aus Hannover, denn Pastorin Christiane Brendel, neue Besuchsdienstbeauftragte der Landeskirche Hannover, kam für ein eigenes Modul der Fortbildung und zur Zertifikatsübergabe dazu. Sie erläuterte die landeskirchlichen Strukturen und lud ein, mit dem Team Mitarbeiten in Hannover in Kontakt zu bleiben und die regelmäßigen regionalen Fallbesprechungsrunden zu besuchen, die sie und andere leiten.
Ein ganzer „Fächer“ von Zertifikaten und vor allem fröhliche und entspannte Gesichter am Ende der Fortbildung zeigen es: Gemeinsam machen Ehrenamtliche sich ‚fit‘ für diverse Herausforderungen im Kontakt mit Menschen und gewinnen Fachkenntnisse sowie Mut und Freude für ihre lohnende freiwillige Aufgabe!
Anette Wichman, 29.1.2026
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