Gesprächsführung als Basis gelingender Begleitung
Gesprächsführung als Basis gelingender Begleitung –
Eindrücke aus einem Workshop nach Carl Rogers
Am 17. Mai 2025 trafen sich im Kloster Frenswegen zahlreiche Ehrenamtliche zu einem Tages-Workshop der EEB Regionalstelle Nordhorn, der die personenzentrierte Gesprächsführung nach Carl Rogers in den Mittelpunkt stellte. Bereits in der ausführlichen Einstiegsrunde wurde deutlich, wie unterschiedlich die Erwartungen waren – und wie sehr sich alle wünschten, Sicherheit und Inspiration für ihre Begleitungsarbeit mitzunehmen.
Im Zentrum des Workshops standen praktische Übungen zu aktivem Zuhören, Beschreiben und wertschätzendem Feedback. Mit Hilfe von Fotoimpulsen tauschten sich die Teilnehmenden in Dreiergruppen über persönliche Gedanken und Gefühle aus. Während jeweils eine Person sprach und eine aufmerksam zuhörte, beobachtete die dritte Person die Interaktion und gab im Anschluss Feedback zum Kommunikationsverhalten. Diese Übung verdeutlichte eindrücklich, wie sehr aufmerksames, empathisches Zuhören Beziehungen stärkt und Gesprächssituationen entspannt.
Ein theoretischer Input führte in Rogers Grundannahmen ein: Menschen verfügen über ein inneres Streben nach Entfaltung, das besonders dort wachsen kann, wo Empathie, Echtheit und bedingungslose Wertschätzung spürbar werden. Für die ehrenamtliche Praxis bedeutet das: Begleitung ersetzt nicht Lösungen – sie schafft einen Raum, in dem Vertrauen entsteht, Selbstwirksamkeit gestärkt wird und Menschen neue Perspektiven entwickeln können.
Ein weiterer Schwerpunkt war das Thema Einsamkeit, das vielen Ehrenamtlichen im Alltag begegnet. Die Gruppe erarbeitete Zugangswege, etwa über biografische Fragen, das Ergründen persönlicher Bedürfnisse oder die Stärkung kleiner, alltagsnaher Kontakte. Entscheidend ist hier eine Haltung des Interesses ohne Bewertung – ein rogersches Grundprinzip, das besonders bei belastenden Lebenssituationen wirksam wird.
Abschließend wurde das Zusammenspiel von Denken, Fühlen und Handeln in der Begleitungsarbeit reflektiert. Diese drei Ebenen bewusst wahrzunehmen, hilft Ehrenamtlichen, ihre Rolle zu stärken, eigene Grenzen zu erkennen und Beziehungen zu gestalten, die sowohl ihnen selbst als auch den begleiteten Menschen guttun.
Der Workshop zeigte eindrucksvoll, wie zeitlos und wirksam die Ansätze von Carl Rogers für die heutige soziale Arbeit sind – besonders dort, wo Menschen anderen Menschen schlicht ihre Aufmerksamkeit schenken.
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