Antisemitismusprävention
Die Regionalstelle Süd hat sich am Projekt Antisemitismusprävention der Agentur für Erwachsenen und Weiterbildung beteiligt. Das Projekt Antisemitismusprävention verfolgt das Ziel, breite Teile der Öffentlichkeit in Niedersachsen für einen antisemitismuskritischen Umgang zu sensibilisieren, Antisemitismusprävention zu fördern und Begegnungen mit jüdischer Kultur zu ermöglichen. Im Rahmen des Projekts ANNE II wurden regionale Veranstaltungen in Einrichtungen der niedersächsischen Erwachsenenbildung gefördert.
Die Regionalstelle Süd hat in Kooperation mit der Gesellschaft für christlich-jüdische Zusammenarbeit Göttingen vier Projekte beantragt, die auch alle gefördert wurden. Die folgenden Projekte haben stattgefunden:
Am 01.07. 2025 das Theaterstück „Entweder….Oder?“ im Theater im OP .
Am 20.09. 2025 ein Konzert mit des Ensembles Shoshana in der Reformierten Kirche in Göttingen.
Am 18.10.2025 ein Harfenkonzert mit Tom Daun in der Reformierten Kirche in Göttingen.
Am 23.11. 2025 das Theaterstück „Scherben“ im Deutschen Theater in Göttingen
Beim Theaterstück „Entweder…Oder?“ (von Jean-Claude Grumberg) handelt es sich um eine Komödie, die in einem Treppenhaus in Frankreich spielt. Zwei Bewohner treffen sich dort regelmäßig. Irgendwann stellt der Nachbar von oben, dem von unten die entscheidende erste Frage: „Sind sie Jude?“ Diese Frage bringt eine Lawine von weiteren Fragen ins Rollen, die der französische Katholik dem jüdischen Franzosen (oder der katholische Franzose dem französischen Juden?) stellen wird, welcher als jüdischer Atheist (oder atheistischer Jude?) die Fragen geschickt umzudrehen weiß. Mit Humor und Satire geht es um das ernste Thema Antisemitismus.
Beim Konzert des Ensembles Shoshana wurde populäre und traditionelle jüdische Musik gespielt. Das Repertoire von „Shoshana“ umfasst Lieder und Instrumentalstücke, die sich auf die Tradition der Aschkenasim, der mittel- und osteuropäischen Juden, stützen. Es wird also sowohl in Hebräisch als auch in Jiddisch gesungen. Das Ensemble „Shoshana“ spielt Klezmer, jiddische Lieder und Israel-Pop. In einem ungewöhnlichen Arrangement (alle Arrangements stammen aus eigener Feder!) für Knopfakkordeon, Violine und Gesang werden die Zuhörer:innen durch bravourös interpretierten instrumentalen Freylachs und den harmonischen Klängen der Lieder durch die Tiefe und Wärme der jüdischen Seele bezaubert.
Harfenkonzert mit Tom Daun: Eine alte jüdische Sage erzählt, dass König David über seinem Bett eine Harfe befestigt hatte. Nachts, wenn der Nordwind wehte und über die Saiten strich, erwachte der König von dem wundersamen Geräusch und studierte bis zum Morgengrauen die Tora. Tom Daun präsentiert neben geistlichen Melodien zu Ehren Davids Klänge der sefardischen Juden und der Klezmer-Tradition, Musik des jüdischen Barockmeisters Salomone Rossi und hebräische Hymnen. Auszüge aus der „Musikalischen Seelenwanderung“ und eine Erzählung des ostjüdischen Dichters Isaac Leib Perez, ergänzen das Programm.
Das Theaterstück „Scherben“ von Arthur Miller spielt 1938 in Brooklyn. Die Zusammenhänge der Judenverfolgung in Europa, die Wahrnehmung der Gesellschaft in den USA und die plötzliche Lähmung der Figur Sylvia werden untersucht. Sylvia verwickelt ihre Mitmenschen in Diskussionen, stellt Fragen, so dass sich bald jeder auf sich selbst zurückgeworfen sieht und sein Lebenskonzept in dieser schwierigen Zeit hinterfragt und kritischer um sich schaut. Dabei setzt Miller sämtliches zwischenmenschliches Konfliktpotential der Charaktere im Umgang mit sich selbst und seinen Mitmenschen in Szene. Neue Handlungsperspektiven sind gefragt.
Im Anschluss an die Theaterstücke fand jeweils ein Publikumsgespräch mit den Schauspieler:innen und der Produzentin statt. Hier hatten die Besucher:innen die Möglichkeit, Fragen zu stellen, Themen zu vertiefen und aktuelle Bezüge herzustellen.
Kerstin Remane, Dezember 2025
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